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  Umfrage

Eigentlich drängt sich eine Ausstellung der kopierten Bilder auf der Luzerner Kapellbrücke auf. Diese Idee ist jedoch aus verschiedenen Überlegungen nicht einfach zu realisieren.

Nach mehrjährigen Abklärungen hat die Eidgenössische Denkmalpflege durch Mehrheitsbe­schluss entschieden, die Bilder der Kapellbrücke nicht mehr aufgrund der vorhandenen Un­terlagen zu kopieren bzw. neu zu malen. Der Eidgenössische Denkmalschutz sieht in seinen Satzungen zwar vor, dass zuvor verloren gegangene Denkmäler nicht durch neue ersetzt werden sollen, wenn aber ein Ersatz zum Verständnis des Denkmals notwendig ist, wird die Komplettierung als sinnvoll erachtet. Nach Auffassung von Dr. Jost Schumacher trifft dies auf die Kapellbrücke bzw. ihre Bilder genau zu. Mit den rund 20 erhalten gebliebenen Bildern (von ursprünglich 76 Originalen) des Schweizergeschichtlichen Zyklus, ist ohne die Wieder­herstellung der verbrannten Bilder die Gesamtheit des Bildprogrammes nicht mehr lesbar.

Dies war ein weiterer Grund, weshalb sich Dr. Jost Schumacher entschied, auf privater Basis die Kapellbrückenbilder durch Erstellen von Kopien der Nachwelt zu erhalten. Die zu ver­schiedenen Zeiten aufgenommenen Schwarzweiss- und Farbfotos haben bereits in der Farbqualität eingebüsst und es ist daher absehbar, dass sich diese einzig noch erhaltenen, im Stadt- und Staatsarchiv aufbewahrten Dokumente, weiter verschlechtern. Infolge dieses drohenden Verlustes wird es späteren Generationen umso weniger möglich sein, die Kapell­brückenbilder in ihrer Originalität wieder erfassen zu können. Die Aussagekraft und der Hauptwert der Bilder bestehen nämlich nicht im rein Künstlerischen, sondern im Historischen und Kulturgeschichtlichen. Sowohl dem Fachmann als auch dem unbeschwerten Wanderer vermitteln sie ein wertvolles Stück des pittoresken alten Luzerns.

Um diese Überlegung auch in der Öffentlichkeit zu diskutieren, wurde auf der Webseite www.kapellbrueckenbilder.ch eine nicht repräsentative Umfrage aufgeschaltet (siehe rechte Spalte). Rund 88% sprechen sich in dieser Umfrage dafür aus, dass die kopierten Tafeln auf der Kapellbrücke ganzjährig oder nur teilweise aufgehängt werden. Bloss 10.7% der befragten Personen können sich dies nicht vorstellen. Zu ähnlichen Resultaten kommt auch eine Umfrage, welche vom Internetportal der Neuen Luzerner Zeitung Zisch erhoben wurde.

Zudem gab es im Rahmen der Ausstellung am 14. November 2008 eine Podiumsdiskussion. In der Luzerner Kornschütte wurde über den Umgang mit kopierten Kulturgütern debattiert. Weitere Informationen finden Sie hier.

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