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  Restaurierung der Kapellbrückenbilder

Die Bilder auf der Kapellbrücke sind seit jeher grossen Temperaturschwankungen ausgesetzt. Zudem wirkten sich auch der Taubenkot und die Umweltbelastung negativ auf die Bilder aus, weshalb diese immer wieder restauriert wurden, erstmals 1646. Ab 1726 hatte ein Aufseher über die Brücke zu wachen, weil die Bilder immer wieder von Jugendlichen beschädigt und verunziert wurden. Durch das regelmässige Restaurieren wurden die Bilder im Laufe der Zeit in einen Zustand versetzt, der kaum mehr den früheren Originalen glich. Den künstlerisch unbekümmerten Übermalungen von 1646, 1727, 1742 usw. folgten die Restaurierungen nach den modernen Grundsätzen der Denkmalpflege, die nach Möglichkeit den ursprünglichen Zustand wiederherstellten. So wurde zu Beginn des letzten Jahrhunderts beschlossen, die Bilder in ihren Ursprungszustand zu versetzen. Mit Bundesmitteln konnte der Restaurator Josef Danner 110 der Bilder erneuern.

Zum Zeitpunkt des Brandes befanden sich 111 Holztafelgemälde auf der Brücke. Davon gingen 86 Bilder des Mittelabschnittes verloren. Lediglich die in den Brückenköpfen hängenden 25 Tafeln wurden verschont und konnten restauriert werden. Sie wurden wieder in den Brückenköpfen – also am selben Standort wie vor dem Brand – installiert. Im Mittelabschnitt aber klaffte eine grosse Lücke. Diese wurde mit fotografischen Reproduktionen geschlossen, was aber aus Gründen der Haltbarkeit und Angemessenheit nur eine vorübergehende Lösung war. Heute ist die Lücke mit den geretteten und den zwischenzeitlich eingelagerten Tafeln teilweise aufgefüllt. Als betrübliche Erinnerung an den Brand werden einige der versengten Bilder weiterhin gezeigt.

Kopierte Bilder

Die nun vorliegenden Kopien sind – mit Vorteil der Beständigkeit – in Öl- und Temperamalerei erstellt. Einerseits wurden hochwertige Schmincke-Mussini Ölfarben, anderseits aber auch Öl-Pulverfarben verwendet. Als Künstler wirkten Mike Shera und diverse Fachkräfte vom Atelier Willy Arn. Während Mike Shera helle und kräftige Farben verwendete, kopierten die Künstler des Ateliers Arn die Bilder in ihrem Zustand zum Zeitpunkt der letzten Bestandesaufnahme.

Als Bildträger wurde vorwiegend Fichten- und Lindenholz aus einer einzigen, kompakten Platte benutzt. Als Grundierung der Holztafeln dienten zwei Schichten Gesso-Grundierung. Die grössten Schwierigkeiten bestanden für die Künstler in der Erkennung von Details der Gemälde, weshalb die Korrekturen unter Aufsicht von Dr. Sabina Kumschick stattfanden. Im Weiteren studierten die Künstler eingehend die Techniken jener Epochen. Vorgängig wurden unzählige Untersuchungen bezüglich Grund, Textur, zeichnerischer Personenmodellierung usw. durchgeführt. Auch das für die Bilder verwendete Holz wurde entweder antiquarisch erworben oder aber speziell getrocknet.

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